Wildnisschule Waldkauz

Spiel und Abenteuer

„Kleine Kinder spielen aus dem gleichen Grund, wie Wasser fließt und Vögel fliegen. Für den Erwachsenen heißt ursprüngliches Spiel, mit sich selbst, miteinander und mit der Welt in Berührung zu kommen.“ (Fred O. Donaldson)

Spielen ist eines der kraftvollsten Werkzeuge, wenn es um selbstgestaltetes Lernen geht. In einer Gesellschaft, die sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern den Fokus auf Ziele, Ergebnisse und To-Do Listen legt, geht der kostbare Raum des Spielens verloren. Das ist fatal, denn spielerisches Erleben oder abenteuerliche Unternehmungen im Wald sind so fesselnd, wie kaum eine andere Tätigkeit. Sich zum BeiSPIEL an eine Tier oder eine andere Person anzuschleichen oder sich im Unterholz zu verstecken, erlauben die Möglichkeit ganz in eine Erfahrung einzutauchen und mit voller Begeisterung und Engagement zu erleben, was es z.B. bedeutet ein gejagtes Tier zu sein. Kinder lieben Spiele und Erwachsene eigentlich auch. Sobald ihnen erlaubt wird, sich im Spiel zu entfalten, tun sie das mit Freude und Engagement. Zuoft wird Spielen als unnütze Beschäftigung abgetan, jedoch ist int traditionellen Kulturen bekannt, dass überlebenswichtig ist, dass Kinder und Jugendliche selbstorganisiert spielen. Dabei lernen sie sich (physisch, mental, emotional) kennen und probieren sich in sozialen Kompetenzen aus. Das Verhandeln von Kompromissen und Regeln, das Schlichten von Streits und das Einnehmen von Rollen, um etwas gemeinsam zu machen, sind die Vorbereitungen und das Trainingsfeld für das Erwachsenenalter. Studien haben gezeigt, dass Menschen(in traditionellen Kulturen) verglichen mit anderen Säugetieren die meisten Jahre spielen.

In der Wildnispädagogik integrieren wir diese uralte Qualität und erkennen den Wert des Spielens an, in dem wir Zeit und Raum für kindhaftes Spielen und Abenteuer gestalten und öffnen.

„Gemäß Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention erkennen die Vertragsstaaten das Recht des Kindes auf Spiel an. Hierzu hat der UN-Kinderrechsausschuss hervor gehoben, dass es freiwillig und eigenständig ausgeübt, also nicht nur durch Erwachsene angeregt wird. Hierfür benötigen Kinder einen überall zugänglichen, sicheren und möglichst anregenden und gestaltbaren Raum. Die räumliche Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten erheblich und nachteilig verändert. Das selbstständige Erkunden der häuslichen Umgebung oder ein gefahrloses Spielen auf Straßen, Gehwegen und Plätzen wird in unseren Städten zunehmend schwieriger. Natürliche oder gestaltbare Freiflächen sind rar oder weit entfernt.

 

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